STORYLINE September 2020 – „I’m fine. I swear I’m fine“, she repeated while the doctor scanned her face for signs of a concussion. Arcadia didn’t get that she had no saying in this issue. There were people and colors flying around her, eyeing her like she could get worse any moment. She had no idea how it had felt when she had been asleep but it felt much worse now. She had slept nearly two days since she had wandered around Route 9 in the middle of the night. There was no idea lightening up in her mind how she could have gotten here. After all, she had passed out in the middle of nowhere after escaping him just to wind up in a little town in the north. And yet, the whole story – her story – began far away from Arlington. Chapter One: „The Tour Guide and the Andes“ – Was passierte wohl, wenn man eine Fremdenführerin aus Seattle in die Anden von Peru schickte? Rechnete man damit, dass sie sich in einen jungen, peruanischen Mann namens Gabriele verliebte. Rechnete man damit, dass diese zwei Menschen irgendwann einmal drei gemeinsame Kinder haben würden? Das taten wohl die wenigsten und dennoch ist dies eine wahre Begebenheit. Gabriele Aguilar und Alexandra Decker lernten sich in einer der geschichtsträchtigsten Städte Perus kennen. Als ehemalige Hauptstadt des Inkareichs lag es auf der Höhe von fast 3400 Metern. Cusco wurde um 1533 von den spanischen Konquistadoren eingenommen und dann neugegründet. Mittlerweile ist die Stadt für ihre spanische Kolonialarchitektur und ihre archäologischen Stätten bekannt. Alexandra zog es wahrscheinlich deswegen nach Cusco. Sie hatte schon immer ein Faible für Architektur und die Geschichte, die dahintersteckte. Und in der Blüte ihres Lebens wollte die mehrsprachige Schönheit so viel wie möglich entdecken – es war jedenfalls besser, als in den Vereinigten Staaten vor sich hinzudümpeln. Es war ihre dritte Reise in ein fremdes Land, als sie den Mann traf, der ihr Leben auf den Kopf stellte. Gabriele war in Cusco aufgewachsen. Er kannte viele Leute. Seine Familie war tief in der Stadt verankert. Und dennoch hatte er schon immer mehr im Sinn gehabt als Peru. Eine Karriere in Peru zu starten, war nicht unbedingt die einfachste Aufgabe. Er hatte zwar die einfache Schreinerei seines Vaters übernommen, aber er überlegte schon lange, einfach auszuwandern und sein eigenes Ding zu machen. Dann traf er auf Alexandra. Die beiden verstanden sich direkt gut, da die Blondine sehr verständliches Spanisch sprach, mit der Zeit in den Anden und auch durch Gabriele auch ein wenig Queuchua lernen konnte. Gleichzeitig lehrte sie ihm auch ein gutes Stück Englisch. Nach wenigen Monaten wurde daraus mehr. Aus einem sprachlichen und informationellen Verhältnis wurde eine gewisse Zuneigung. Und schließlich wurde es ernst zwischen ihnen. Da Alexandra keine Skrupel hatte, den USA den Rücken zuzukehren, blieb sie in Peru und wurde eine feste Fremdenführerin für Cusco und Umgebung. Sie lernte dafür auch unter den existierenden Fremdenführern zu existieren. Die Leute, von denen sie viel lernte. Gabriele schoss seine Auslandspläne auch erstmal in den Wind. Mit Alexandra fühlte sich auch die Heimatstadt nicht mehr so unspektakulär an. Es dauerte nicht lange, bis ihr erstes Kind kam. Dámon sorgte dafür, dass die beiden zusammenzogen und die beiden heirateten, als Alexandra mit ihrem ersten Kind hochschwanger war. Es dauerte auch nicht lange, bis das nächste Kind kam. Dann erblickte Arcadia die Welt. Ihr Name sollte dem ihres Bruders in keiner Weise nachstellen. Arcadia – das Symbol für ein idyllisches Paradies, das sich durch Frieden und Einfachheit auszeichnet. Keiner der beiden Elternteile wollte gewöhnliche Namen für die Kinder. Zum Start hatten die beiden direkt zwei Kinder in ihrer doch so frühen Beziehung. Während die Kinder langsam zweisprachig groß wurden, versuchten die Eltern erstmal, kein Kind mehr zu bekommen. Erstmal wollten sie auf das Wohl der beiden Geschwister achten. Nach vier weiteren Jahren und dem Tod von Alexandras Großmutter rückte das Thema Auswanderung wieder in den Vordergrund. Gabriele sah für sich und die kleine Familie ein Leben, das sich nicht nur im Groben um eine Bergkette drehte. Alexandra knickte bei dem Gedanken an ein Familienleben in einem großen Haus ein. Natürlich wollten beide auch, dass ihre Kinder die Chance haben, sich frei zu entfalten, anstatt an die Anden gebunden zu sein. Chapter Two: „From South to North“ – Und so folgte der Umzug in die Vereinigten Staaten. Es lief alles recht glatt, obwohl der Stress zwischen Alexandra und ihren Eltern wieder aufflammte. Sie waren nicht darüber erfreut gewesen, dass sie so lange weggewesen war und sie ihre Karriere vernachlässigt hatte. Bei dem Anblick ihrer Enkelkinder flaute der Streit wieder langsam ab. Sie unterstützten die kleine Familie und ließen sie erstmal bei sich in Seattle wohnen – bis sie das Haus der Großeltern wieder auf Vordermann gebracht hatten. Dort zog die Familie auch nach wenigen Wochen ein. So fing das Leben in der Kleinstadt an. Alexandra arbeitete wieder mal als Fremdenführerin – nur jetzt in der Stadt, die sie sehr gut kannte. Gabriele machte seine eigene kleine Schreinerei auf. Er hatte noch Schwierigkeiten, sich an die Vereinigten Staaten zu gewöhnen, aber für seine kleine Familie gab er alles, was er konnte. Da er ein eifriger Mann war, der mit Herz und Seele arbeitete, gelang ihm das außerordentlich gut. Während seine Frau die Kinder zum Bus brachte und dann den ganzen Tag über unterwegs war, kümmerte er sich darum, dass die Kinder etwas zu essen bekamen, wenn sie wieder zurückkamen. Die Integration der beiden Kinder war schneller passiert als die von Gabriele. Da sie bilingual aufgewachsen waren, hatten sie auch keine Nachteile. Arcadia Loria Decker war eine begabte Rednerin in Englisch. Sie konnte schon im Alter von vier Jahren gut Englisch sprechen. Auch in den anderen Fächern glänzte sie durch ihre ungebremste Neugier an allem, was ihr begegnete. Ihr Durst nach Wissen war unstillbar. Die kindische Einstellung, alles wissen zu wollen, nahm einen großen Platz in ihrem Kopf ein. Ihr erster Gameboy verstärkte diese Einstellung nur umso mehr. Sie tauchte in Welten ab, die ihre Fantasie durchgehend prägten. Cadia hing eher an ihrer Fantasie als an Freunden. Das hieß nicht, dass sie nicht kommunikativ war. Sie spielte und las auch gerne mit anderen. Vor allem mit ihren Eltern oder mit ihren Geschwistern. Ihren Geschwistern? Richtig. Die Familie bekam 2004, fast vier Jahre nach Arcadia, Nachwuchs in Form von Olivia. Arcadia war direkt verliebt in ihre kleine Schwester. Es lag vielleicht auch daran, dass sie vorher nie die große Schwester mimen durfte. Mit Olivia änderte sich das. Die damals Achtjährige war nun eher darauf fixiert, sich um die Kleine zu kümmern. Ihren Eltern stand sie zu der Zeit andauernd auf den Füßen, wenn es um Olivia ging. Nicht selten schlief die Kleine bei ihr im Bett. Zwischen den beiden entwickelte sich schnell eine untrennbare Kombination – das so übliche schwesterliche Band. Dámon war sie nie so nah gewesen wie ihrer Schwester. Er war eindeutig der lautere der beiden. Während sie Streit aus dem Weg ging, warf sich ihr Bruder gern in einen solchen rein. Und dennoch verstanden sich die beiden so gut, wie sich zwei so unterschiedliche Personen verstehen konnten. Schließlich waren sie Geschwister. Beide liebten Olivia abgöttisch. Das verband sie auch immer ein wenig miteinander. Die Familie Decker war allgemein eine freundliche Familie, die sich in Seattle völlig integrieren konnte. Auch Gabriele schaffte es nach ein paar Jahren, sich an Metropole am Pudget Sound zu gewöhnen. Es unterschied sich deutlich von Cusco, aber es hatte seinen Charme. Seine Schreinerei und vor allem seine meist handgeschnitzten Figuren bildeten einen netten Verdienst. Vor allem, als er anfing, den Online-Handel für sich zu entdecken. Alexandra war den ganzen Tag über mit der Führung vieler Leute beschäftigt. Seattle und in aller erster Linie die Space Needle waren Touristenmagneten. Die Skyline Seattles war weltberühmt. The Emerald City, The Queen City. Die Metropole im Westen von den Vereinigten Staaten trug viele Namen, die sie im Laufe ihrer hundertvierundsiebzigjährigen Geschichte erhalten hatte. Arcadia interessierte sich schon immer für Geschichte und Washington besaß einige von diesen. Besonders wenn es um die indigenen Völker vor und nach der Kolonialisierung ging. Schon im frühen Alter hatte sie sich schon für die Geschichte der Azteken und der vielen weiteren Ureinwohner interessiert. Irgendwo war ihr Vater auch ein Teil dieser Kultur gewesen. Die Anden waren ein sagenumwobenes Gebirge. Und irgendwo war Arcadia sicherlich eine Nachfahrin der sagenumwobenen Völker. Für sie hatte es schon etwas. Es war so, als wäre sie ein Teil einer Fantasy-Welt – einer vergangenen Fantasy-Geschichte, die aber noch immer irgendwo in der Luft lag. Manchmal fühlte sie sich wie eine kleine Lara Croft, die ihre nächste Erkundungsstation suchte. Es gab irgendwann nur noch wenige Flecken in Seattle, die sie nicht besucht hatte. Gleichzeitig lernte sie hart und verbrachte einen großen Teil ihrer Zeit im Freien beim Üben. Dieses Verlangen nach Erkundung und Sucherei entfernte sie auch ein wenig von ihrer kleinen Schwester, weswegen sie nicht mehr aufeinander hangen. Natürlich nahm sie die Kleine auch gerne mal mit in die Natur und zeigte ihr einige Dinge. Im Gegensatz zu ihren Mitschülern verstand ihre Familie sie. Abseits vom Aufzeigen und Antworten sprach Arcadia kaum mit ihren Mitschülern, da sie zu fast jeder Zeit in tiefsten Gedanken war oder den Lehrern aufmerksam zuhörte. Man musste sie manchmal mehrmals ansprechen, bis man sie erreichte. Mit dem Anfang der Highschool hatte es dann begonnen, ätzend zu werden. Vor allem, als mehrere Mitschüler anderen Schülern mitteilten, dass sie Arcadia dauernd irgendwo herumlaufen sahen. Die anderen fanden es äußerst komisch, dass sie sich einmal am helllichten Tag auf einem Friedhof herumgetrieben hatte. Und so fingen die Gerüchte an. Arcadia wurde als Sadistin, Satanistin und als vieles Weiteres bezeichnet, obwohl sie sich einfach nur dafür interessierte, welche Namen und Geheimnisse dort zu finden waren. Es störte sie nicht wirklich, da sie solchen Leuten sowieso nicht zuhörte. Es wurde nur schlimmer, als ihr andere Schüler Sachen stahlen oder sie mit ihrem Stuhl nach hinten kippen ließen. Es brachte die nicht so sensible Peruanerin nach einer Weile zum Weinen. Ohne ersichtlichen Grund hasste sie jeder. Sie wurde ein gestörtes Kind genannt, das auf dem Friedhof und an ähnlichen Orten herumspukte. Sie wurde ein Gespött ihrer Klasse und konnte nicht mehr den Mund geschlossen halten. Der Höhepunkt des Mobbings kam im ersten Senior-Jahr. Sie wurde den ganzen Tag über in einen absolut finsteren Umkleideraum gesperrt. Ihre stundenlangen Rufe hörte niemand – ihr Handy hatte kein Empfang. Erst als der Hausmeister die Umkleide aufschloss, konnte sie raus. Ihre Eltern, die der Schule vorher schon oft genug Druck wegen dem Verhalten der Mitschüler gemacht hatten, waren außer sich. Sie waren krank vor Sorge gewesen. Arcadia selbst war am Ende und weinte bis tief in die darauffolgende Nacht. Diese Nacht schob sie aber weg von sich. Ihre Lehrer halfen ihr nun auch. Vor allem ihre Klassenlehrerin. Sie hatte ihr schon seit Anfang an geholfen. Mrs Lane hatte für die Verantwortlichen eine Klassenkonferenz angeordnet, worauf zwei von den Leuten aus der Klasse flogen. Dieses Ereignis führte dazu, dass Ruhe einkehrte. Arcadia hatte zwar nicht mehr die innere Ruhe, wurde nun aber nicht mehr auf körperliche Art belästigt. Es regneten zwar noch immer nonverbale und verbale Provokationen, aber sie hielt es aus. Auch wenn sie einige Toilettenpausen dafür nutzte, um stumm auf der Toilette zu weinen. Gleichzeitig bildete sich aber auch eine gewisse Trotzhaltung bei ihr. Ihre wenigen Freunde hielten schon so lange zu ihr und verteidigten sie gegen alle möglichen Dinge. Da durfte sie sich nicht unterkriegen lassen. Ihr Bruder legte sich auch öfters mal mit den Leuten an, obwohl Arcadia dies nicht wollte. Sie wollte nicht, dass er Ärger bekam. Das junge Mädchen wollte allgemein keinen Ärger. Leben und leben lassen, hieß es doch nicht ohne Grund, oder? Cadia klammerte sich nun aber wieder an ihre kleine Schwester und schlief nun auch öfter wieder bei ihr, da sie in ihrer Nähe immer besser schlafen konnte. Mittlerweile war sie auch mehr mit ihren Freunden unterwegs und traute sich nur noch bedingt allein durch die Stadt. Sie hatte keine Angst vor ihren Mitschülern, aber gesunder Menschenverstand riet ihr, sie zu respektieren. Wenn sie Arcadia in der Schule schon irgendwo eingesperrt hatten, wollte sie gar nicht wissen, was sie mit ihr außerhalb der Schule machen würden. Ihre Eltern wussten das auch, nur waren sie so schlau, ihr nichts zu verbieten. Schließlich wollten sie nicht solche Eltern sein. Sie wollten ihre Kinder auf die richtige Art und Weise beschützen. Alexandra und Gabriele Decker schrieben der Brünetten mehrmals am Tag, aber nicht auf die nervige Art und Weise. Sie stellten gewiefte Fragen, auf die Arcadia dann antworten konnte. Es waren sehr oft Trivia Fragen über Gebäude oder Geschichte. Ihre Eltern hatten ihr mit ihrer lockeren Art gut durch die Pubertät geholfen. Arcadia war zwar aus Natur nicht rebellisch, aber sie merkte mehr denn je, dass sie raus wollte. Sie wollte in die weite Welt hinaus, aber alles stehen und liegen zu lassen, war auch nicht möglich. Vor allem nicht wegen ihrer Familie. Und so ging der Alltag in der Schule weiter. Mit der restlichen Stadt interagierte die Brünette nicht so wirklich – unter anderem, da sie eingeschüchtert war. Sie fühlte sich eingesperrt und schikaniert, was ihre Mitschüler ihr deutlich gemacht hatten. Chapter Three: Shatter Me – Und das Leben in der Großstadt ging auch nicht unbedingt besser von der Hand. Ein Sturm beschädigte das Haus der Decker-Familie im September 2019. Die Kosten für die Reparatur schienen astronomisch hoch. Alexandra kündigte ihren Job und nahm einen zusätzlichen Job an, während Gabriele in seinem Betrieb ein paar Abstriche machte. Arcadias Mutter fing zusätzlich als Teilzeit-Mediendesignerin an. Es nahm ihre Mutter ziemlich mit, dass sie ihren alten Job nicht mehr mit der gleichen Intensivität angehen konnte, aber sie musste da durch. Alle aus der Familie mussten da durch. Sie mussten noch mehr sparen und versuchen, ihr Leben weiterzuleben. Schließlich war dies nur eine Momentaufnahme und es würde wieder besser werden. Dachte sie. Als ihre Mutter nach zwei Wochen einen halben Nervenzusammenbruch erlebte und ihre Geschwister sich um sie kümmerten, verzog sich Arcadia nach draußen. Sie weinte wieder einmal stumm vor sich hin, während sie in eine abgelegenere Straße abbog. Sie kannte diese mittlerweile blind. Erst als hinter ihr Licht heller wurde und ein Auto vor ihr links abbog und dort sofort mit quietschenden Reifen hielt, hielt sie inne. Ein großer Mann mit einem dunklen Halstuch kam auf sie zu. Arcadia reagierte instinktiv und drehte sich um, um wegzulaufen. Sie sah dann aber nur noch das hölzerne Antlitz eines Baseballschlägers, bevor es vor ihren Augen schwarz wurde. Sie wusste nicht, wann sie wieder aufwachte. Die gebürtige Peruanerin wusste nur, dass es dunkel und eng war. Ihre Schläfe pochte schmerzhaft und ihr Atem stockte. Sie realisierte schnell, was passiert war. Sie war von einer Person niedergeschlagen worden – mindestens zwei Personen hatten sie überwältigt. Sie spürte ihren Atem auf der Decke über ihr und stellte nach einer vorsichtig stoßenden Bewegung beider Hände nach vorne fest, dass sie in einer Kiste eingeschlossen war. Sie bekam Panik und atmete schnell. Die Luft war stickig und einschläfernd. Sie konnte nicht mehr schreien und versank dann wieder in der Düsternis. Sie wachte erst wieder auf, als ihr Kopf gegen die Seite knallte und die Hupen von Autos zu hören waren. Sie war in einem Auto? Ihre Augen wurden groß, als der Motor aufheulte und sie realisierte, dass sie in einem Kofferraum war. Ihre linke Hand fuhr zu ihrer Hosentasche, doch ihr Handy war weg. Sie stöhnte auf, merkte aber, dass ihr Portemonnaie noch da war. Ein schwacher Trost, wenn man bedachte, wo sie war. Hatte ihre Familie ihre lange Abwesenheit schon mitbekommen? Suchten sie schon nach ihr? Arcadia war noch völlig benebelt von der schlechten Luft und wusste nicht, wie lange sie da lag, bis der Wagen das letzte Mal anhielt und der Kofferraum aufging. Sie öffnete die Augen und sah einem Vater eines ehemaligen Mitschülers von ihr ins Gesicht. Mr Ferris sah auf sie herab und teilte ihr mit, dass die kleine Schlampe nun dafür leiden würde, dass sein Sohn von der Schule geflogen war. Über ihm sah sie nur ein schier endloses Blätterdach. Und so begann die schlimmste Zeit ihres Lebens. In einem kleinen Waldanwesen war das siebzehnjährige Mädchen nun gefangen. Sie wurde geschlagen und ausgehungert, bis sie doch etwas essen durfte. In einem kleinen Kellerzimmer mit einer viel zu behaglichen Couch durfte sie schlafen, wenn sie mal nicht einfach wieder mitgeschleift und verprügelt wurde. Nach einer längeren Zeit konnte Arcadia aufgrund der Schmerzen nicht einmal mehr weinen. Niemand würde sie hier draußen finden. Sie würde sterben, würde Mr Ferris den Spaß daran verlieren, sie zu quälen. Sie sollte vor Schmerzen schreien und auf den Knien flehen. Dass er sie nicht vergewaltigte oder sexuell belästigte, war noch ihr größtes Glück. Wenn man sowas Glück nennen konnte, war man schon am Arsch. Sie wusste nicht mehr, wie oft sie versucht hatte, zu entkommen. Ein-, zweimal entkam sie dem Haus, aber entkam nicht dem Zaun. Hätte sie diesen überwunden, wäre aber noch ein dichter Wald vor ihr gewesen. Immer wenn sie zu entkommen versuchte, schnitt ihr der Kerl ein Stück ihres Haares ab. Irgendwann hatte sie keine Lust mehr darauf, ihre Kraft dafür zu verschwenden, um dann wieder bestraft zu werden. Wann hatte sie das letzte Mal in den Spiegel gesehen, ohne dass ihr Gesicht größtenteils voller blauer Flecken war? Wie lange hielt sie Mr Ferris schon gefangen? Tage? Monate? Arcadia sah die Sonne auf- und untergehen. Nach zwanzig Wiederholungen dieses Vorgangs hatte sie aufgehört, zu zählen. Ihr Entführer merkte, dass sie langsam aufgab und verlor irgendwann den Spaß daran, mit ihr zu spielen. Arcadia wartete aber insgeheim darauf, dass er unachtsam wurde. Sie würde nie aufgeben, aber sie schaltete lieber fast alles in ihrem Kopf ab, um sich auf das wichtigste zu konzentrieren: Entkommen. Zwischendurch war Mr Ferris ein paar Tage lang weggewesen und hatte alles abgeschlossen. Er ließ ihr dann ein paar Dosen Suppe da, die sie ohne Löffel zu sich nehmen sollte. Für Arcadia hieß das immer, dass sie die Dose so gut wie möglich austrank. Was der Entführer aber nicht wusste, war, dass sie die Deckel sammelte und erfinderisch wurde. Sie fertigte aus den scharfen Blechdeckeln lange Klingen und schärfte sie miteinander. Sie hatte nur darauf gewartet, dass er sie wieder allein ließ. Chapter Four: Lights – Als er zurückkam und die Tür zu ihrem Zimmer aufstieß, wartete sie nur auf ihn. Sie tat so, als würde sie schlafen, während sie in jeder Hand eine Klinge versteckt hielt. Und dann verkündete er ihr, dass sie nun sterben würde. Die Dinge hatten manchmal doch ein komisches Timing. Als er sie dann packte, riss sie die Augen auf und drehte sich schnell zu ihm um, um ihm eine Klinge in die Kehle zu rammen. Alles in ihr schrie danach, es zu beenden. Es war ihre letzte Chance. Arcadia legte ihre ganze Kraft in ihre Hand und stach tiefer. Als er sie losließ und vor Schmerzen schrie, war Arcadia dran. Sie stürzte sich mit voller Kraft gegen ihn, so dass er mit ihr zu Boden fiel. Als nächstes rammte sie ihm die andere Klinge bestimmt sechsmal in die Brust, bevor sie sich schwer atmend von der baldigen Leiche rollen ließ. Bestimmt zehn Minuten lag sie dort, bevor Mr Ferris‘ Atem stockte und nicht mehr zu hören war. Arcadia war am Ende und schlief auf dem Boden ein. Als sie nach wenigen Stunden wieder aufwachte und feststellte, dass es kein Traum gewesen war, starrte sie die Leiche an. Aus irgendeinem Grund regte sich in ihr kaum etwas. Kein Schock, kein Bedauern. Arcadia war vielleicht ein wenig überrascht, aber letzten Endes verschwendete sie nun keine Zeit mehr. Sie nahm dem toten Mann all seine Schlüssel ab und wankte durch das Anwesen. Ihr Handy war er wahrscheinlich schon längst losgeworden. Was ihr blieb, war ihr Portemonnaie, das sie vor ihm wochenlang versteckt hatte, und sein Auto. Sein teurer, widerlicher Mercedes Benz in weißer Farbe würde ihre erfolgreiche Flucht garantieren. Zuvor zog sie sich aber noch einen Pelzmantel von der Garderobe an. Als sie in das Auto mit automatischer Schaltung stieg, atmete sie tief durch. In ihrer Verfassung konnte das Fahren trotz Führerscheins übel enden. Doch sie wollte einfach weg von diesem Haus und diesem Mann. Sie wollte zurück zu ihrer Familie. Dass sie diese Chance bekam, ließ sie kurz in Tränen ausbrechen. Doch dann fing sie sich wieder und fuhr los. Erst nachdem der Wald aufhörte, merkte sie erst, dass sie gar keine Ahnung hatte, wohin sie fahren sollte. Ein Glück hatte dieses Auto ein eingebautes Navigationssystem, das sie ohne Umschweife bedienen konnte. Arcadia achtete aber nicht auf die Treibstoffanzeige, als sie losfuhr. Hätte sie darauf geachtet, wäre sie wahrscheinlich darauf gekommen, dass Mr Ferris immer darauf geachtet hatte, dass sie nicht weit mit dem Auto kommen sollte. Panik überkam die gebürtige Peruanerin erst, als die Anzeige aufblinkte. Keine Tankstelle war in Sicht und als der Wagen dann rasselnd mitten auf der Straße stehen blieb, stöhnte sie auf und wartete ein paar Minuten, bis sie ausstieg und den Weg zu Fuß wagte. Was blieb ihr auch übrig? Ihr Vertrauen war lange nicht mehr so weit, um einem fremden Autofahrer in tiefster Nacht zu vertrauen. Sie hätte schnell in einer sicheren Stadt sein können, aber daran dachte sie erst gar nicht. Sie hatte es allein herausgeschafft – da schaffte sie auch noch den Rest allein. Spoiler Alert – schaffte sie nicht. Nach einigen Kilometern, die sie den Highway entlangwanderte, wurde sie immer schwächer. Die Scheinwerfer der selten vorbeikommenden Autos erhellten ihren Weg nur für einige Sekunden, bevor alles wieder in Dunkelheit getaucht wurde. Der Mond zeigte sich nur selten durch die Wolken und spendete der Siebzehnjährigen auch kaum Trost. Ihr war kalt und sie wusste, dass sie bald zusammenbrechen würde. Sie spürte, wie ihre Beine schon streikten. Sie fiel hin, rappelte sich aber wieder auf. Sie fror und war müde, aber musste weiter. Doch fiel sie nach einigen Metern nochmals und stand nun langsamer auf, bevor sie ganz zusammensackte und alles wieder schwarz wurde. It went all dark. There was no sign of light. I didn’t know if I was dead or alive. Worse. I didn’t know anything. There was nothing. If I only had some kind of feeling instead of blacking out entirely. But no. I just had that so-called luck. I was found and treated. I could see them again. Sister, brother, mother, father. I hated it to call it luck. Not going to lie there. For me, it was just an escape of horror. Just a successful attempt of it. A mere chance. Das Piepen des Monitors weckte Arcadia nach zwei Tagen. Als sie die Augen öffnete, war alles erstmal verschwommen, bis ihr Blick fokussierte. Sie war im Krankenhaus. Sie lag allein in einem Krankenzimmer und hatte Schläuche in der Nase. Das Mädchen seufzte nur laut und richtete ihren Blick gen Tür. Wie war sie nur hierhin gelangt? Sie war nicht mehr hungrig, aber schläfrig war sie noch immer. Dann kam auch schon ein Krankenpfleger, der sah, dass sie wach war. Er erklärte ihr, dass sie im Cascade Valley Hospital war. Aber erst als sie den Namen Arlington hörte, leuchteten ihre Augen kurz auf. Sie war kurz abwesend, bevor der Pfleger sie mit der Wiederholung seiner Frage wieder aus den Gedanken riss. Er hatte gefragt, wie sie sich fühle. „Absolut furchtbar, danke der Nachfrage“, hatte sie geantwortet. Sie horchte auf, als ihr gesagt wurde, dass ihre Familie gleich vorbeikommen wollte. Sie waren scheinbar schon gestern da gewesen – und vorgestern. Ihre fast schon genervte Stimmung klärte sich daraufhin immer weiter auf. Nach dem Pfleger trudelten einige Ärzte ein, die Arcadia nacheinander um Ruhe bitten musste. Sie hatte Kopfschmerzen und brauchte noch ein wenig Ruhe. Und dennoch konnte sie nicht schlafen. Sie würde nach knapp anderthalb Monaten wieder ihre Familie sehen. Anderthalb Monate – was eine lange Zeit. Sie hatten sicherlich gedacht, dass sie tot war. Arcadia konnte es ihnen keinesfalls verdenken. Sie hatte hin und wieder auch gedacht, dass sie sterben würde. Ihr kamen die Tränen, als sie nur an die trauernden Gesichter ihrer Familie dachte. Diese gingen zu Freudentränen über, da sie ihre Familie wiedersehen würde. Es dauerte eine Stunde, bis die Familie endlich aufs Zimmer kam und eine erschöpfte Arcadia vor sich liegen sah, die sie anstarrte. Es flossen Tränen und es wurde geschluchzt. Alexandra und Olivia stürzten sich als erstes auf sie und umarmten sie. „Wer hat dir das angetan?“, hatte ihr Vater sie mit bebender Stimme gefragt, woraufhin Alexandra nur den Kopf geschüttelt hatte. Sie hielt es nicht für wichtig, aber ihre Tochter erhob schwach die Stimme. „Mr. Ferris…er ist tot.“ Danach herrschte Ruhe. Zumindest erstmal. Sie sagten dazu aber nichts mehr, sondern kümmerten sich liebevoll um sie. Zwei Wochen blieb sie im Krankenhaus. In der Zwischenzeit wurde sie von den Polizisten ausgefragt und erzählte ihnen, dass sie ihn niedergestochen hatte, als er versucht hatte, sie zu töten. Sie blieb dabei sehr ruhig. Sie war diesbezüglich mit sich im Reinen. Sie hatte es getan, um zu überleben. Und trotzdem bekam sie einen Psychologen zugeordnet. Sie protestierte nicht, aber glücklich war sie nicht darüber. Hätte ihre Mutter nicht darauf beharrt, hätte sie es direkt abgebrochen. Cadia war froh, dass sie endlich wieder zuhause war. Sie konnte keine Couch mehr ansehen, ohne an ihr Gefängnis zu denken, aber es kehrte langsam wieder Normalität ein – außer in der Schule. Arcadia wurde nun mit Vorsicht behandelt. Die Schüler, die sie gemobbt hatten, trauten ihren Augen nicht, als sie wieder die Highschool betrat. Als sie an ihren Spind trat und die kleine Gedenkstätte zu ihren Füßen sah, schüttelte sie den Kopf und schob diese mit dem Fuß sanft zur Seite. Unter den Augen der halben Schule füllte sie den Spind wieder mit ihren Schulsachen. Das war ein Beispiel dafür, wie ihr Leben ab da an verlief. Sie wurde ständig beobachtet. Erwartete jeder, dass sie von jetzt auf gleich einfach tot umfiel? Auch ein, zwei Freunde wollten mit ihr dauernd über ihre Entführung reden, aber Arcadia beendete zu ihnen umgehend die Freundschaft. Solche Menschen waren für sie kein Trost, sondern Plagegeister. Dass Mr Ferris sie entführt hatte und er tot im Anwesen gefunden wurde, war kein Geheimnis mehr. Polizisten kannten Leute, die Leute kannten. Privatsphäre war für sie kein Thema. Es führte dazu, dass die Familie Ferris aus Seattle wegzog. Zurückblieb das Opfer der ganzen Sache – Arcadia. Sie dachte erst gar nicht daran, sich zu verstecken. Durch die Erzählungen der Leute dachte man sowieso endgültig, dass sie ein Psycho war. War sie das wirklich? War das überhaupt noch wichtig? Sie empfand es als unwichtig. Ihr war es eher wichtig, den Abschluss zu machen. Die anderthalb Monate, die sie schulisch verpasst hatte, holte sie in rasanter Geschwindigkeit nach. Ihre psychische Therapie führte zu wenigen Resultaten. Arcadia wurde dauerhaft als Opfer betitelt. Sie sah sich selbst aber lieber als Überlebende – ein Unterschied, der viel ausmachte. Sie hatte zwar manchmal Albträume über die Entführung, doch sie kam damit klar. Ihre Familie half ihr auch dabei, auch wenn Cadia noch ihre Geheimnisse hatte, die sie nicht mal ihren Eltern erzählte. Es waren Details, die sie noch immer belasteten. Die Couch und das Gefühl zu versinken. Manchmal hatte sie plötzlich das Gefühl, zu versinken, wenn sie im Bett lag. Dabei bekam sie kaum Luft, bis es wieder besser wurde. Nach einigen Monaten ging auch das weg. Ihr Gehirn war auf einem guten Weg, alles zu verarbeiten. Dass sie noch immer von allen möglichen Schülern gemieden wurde, die nicht ihre wenigen Freunde waren, war ihr egal. Ihre Mutter kümmerte sich so gut wie möglich um sie, obwohl sie noch immer zwei Jobs hatte. Arcadia half ihr immer beim Kochen. Abends half sie immer ihrer Schwester bei den Hausaufgaben oder beim Lernen. Nach Sonnenuntergang verließ sie nur noch selten das Haus – und dann auch nur mit Pfefferspray. Tagsüber streifte sie nur noch gelegentlich durch die Straßen. Meistens begleitete sie ihre kleine Schwester. Zu dieser Zeit war sie paranoid und sah überall Gefahren, behielt das aber für sich. Chapter Five: „Dum spiro, spero“ – Sieben Monate später wurde sie endlich achtzehn Jahre alt und schloss nach einem weiteren Monat die Highschool ab. Es war seit langem wieder ein unfassbar befreiendes Erlebnis für die gebürtige Peruanerin. Mit einem durchgängig hervorragenden Notendurchschnitt hätte sie sich direkt überall bewerben können, entschied sich aber für ein ungewöhnliches Studium in Spanien. Sie wollte ihre Eltern entlasten und ihre Erinnerungen erstmal hinter sich lassen, weshalb sie sich für ein Auslands-Studium für Archäologie in Madrid bewarb und das folgende Online-Bewerbungsgespräch mit Eifer und Vorbereitung durchhielt. Sie wurde tatsächlich genommen. Schweren Herzens trennten sich die Wege von ihr und ihrer Familie. Anfang September saß sie schon im Flugzeug und sah aus dem Fenster, als die Maschine auch schon abhob und sie die Vereinigten Staaten verließ. Sie dachte an Mr Ferris, sie dachte an ihr Trauma – wollte sie jemals wieder zurückkehren? Diese Frage stellte sie sich während ihres Aufenthaltes in Madrid zu oft. Während ihres Studiums besuchte sie des Öfteren archäologische Funde wie die Dama de Elche. Das Museo Arqueológico Nacional de España war sowieso eine häufige Anlaufstelle der gebürtigen Peruanerin. Sie arbeitete nebenbei auch dort, um ihr Leben in Madrid finanzieren zu können. Da sie Spanisch einwandfrei herunterspulen konnte, war es auch kein Problem für sie, die Einheimischen in Empfang zu nehmen. Die verschiedenen Module konnte sie gut lernen und ihr waches Interesse für sagenumwobene Gegenstände machte den Rest. Die ersten beiden Semester vergingen wie im Flug. Trotz der gelegentlichen Gewissensbisse, die sie gegenüber ihrer Familie verspürte, hatte sie sehr viel Spaß. Madrid war beeindruckend – die Architektur, die Kultur – alles war so neu und spannend. Sie lernte Leute kennen und kam aus sich heraus. Sie pflegte Freundschaften, wies aber jegliche Annäherungsversuche ab, die über eine Freundschaft hinausgingen. Dafür war sie noch lange nicht bereit. Wollte dafür auch nicht bereit sein. Nach einem sehr schönen Jahr flog sie über die Sommerferien wieder in die Vereinigten Staaten. Dort erwartete sie auch wieder ihre Familie, die sie herzlichst empfingen. Die Stadt hatte sich nicht wirklich verändert – so groß und breit wie eh. Der Juli zog sich hin. Arcadia unternahm viel mit ihrer Familie. Schließlich war auch Olivia auf dem Weg in die Welt der Erwachsenen einzutreten. Etwas, was die Auslandsstudentin glücklich stimmte. Ihre Mutter wurde ebenfalls durch das florierende Geschäft von Gabriele entlastet. Irgendwann hatte sie die Website einfach selbst gestaltet und sich ebenfalls mit E-Commerce auseinandergesetzt. Es wirkte so, als würden sich die Dinge momentan fügen – als wäre die Familie nach Jahrzehnten endlich in Seattle angekommen. Nur Arcadia hing noch zwischen zwei Welten. Sie hatte sich dafür entschieden. Madrid, Seattle. Erfahrungen, durch die sie sich entwickeln konnte. Chapter Six: „The World’s Healing?“ – In den Winter- und Sommerferien flog sie wieder zurück nach Amerika, um bei ihrer Familie zu sein, während sie weiterhin in Spanien studierte. Sie besuchte weitere Ausgrabungsstätte und altertümliche Gebäude – auch in anderen Ländern. Das verletzliche Mädchen, das damals auf der Straße zusammengebrochen war, wurde immer mehr zu einer enthusiastischen Frau, die auch Abenteuer suchte. Und auch nach ihrem Studium kehrte sie nicht direkt wieder nach Hause zurück, sondern begab sich auf eine kleine Weltreise, für die sie auch vor der Kamera stand. Ein Kultursender lud einige der Studenten zu einer Reportage über antike Gebäude Eurasiens ein und Cadia war natürlich dabei. Wer sie nach dreieinhalb Jahren nach Studienbeginn wieder am Flughafen von Seattle empfing, erblickte eine fröhliche Frau, die keinerlei Spuren der Vergangenheit aufwies – nicht mal physische. Sie kehrte erstmal endgültig nach Seattle zurück und freute sich auch ein wenig auf die Zeit mit der Familie. Sie wusste nur, dass das nächste große Abenteuer sie sicherlich wieder in den Bann ziehen würde. Und dennoch bewarb sich die Einundzwanzigjährige erstmal als Museumsführerin im Burke Museum inmitten von Seattle. Durch ihre Erfahrung und dem Studium bekam sie den Job. Trotz des jungen Alters. Bevor sie sich mit anderen Tätigkeiten der Museumsmitarbeiter beschäftigte, wollte sie erstmal klein anfangen. Es half schon, dass ihre Familie seit Jahren wieder sehr gesund aussah. Ihre Mutter war befördert worden und zeigte mittlerweile sogar hohen Tieren aus dem Ausland oder aus der amerikanischen Regierung die Stadt. Ihr Bruder machte Dámon-Sachen, während ihr Vater mittlerweile jemanden in der Nähe der Space Needle beschäftigte, der kleine Space Needles an Touristen verkaufte. Olivia war noch nicht ganz mit der Schule fertig, aber sie würde auch ihren Weg finden. Manchmal sah Arcadia in ihren Augen, dass sie es ihrer Schwester nicht ganz verziehen hatte, im Ausland studieren gegangen zu sein. Irgendwann würde sie es verstehen. Chapter Seven: „Howl“ – Maybe, it became even worse the day Arcadia moved in with her new roommates. Old friends of hers had stayed this way even when she reappeared at school. The ones that she could rely on. They would fight for her like she would fight for them. Because that’s how she had become. There were only a few things she was afraid of. Loss, for example. But her family was thriving at the moment. And she was still near, still watching, trying to protect. And there was also this side of her that searched for mysteries.
PERSONALITY Die Person Arcadia kann anfangs scheu und unnahbar wirken. Das liegt daran, dass sie nicht weiß, wie sie eine Person behandeln soll, die sie nicht kennt. Sie hat Angst vor versteckten Gedanken – schließlich kann sie nicht in die Köpfe anderer sehen und weiß nicht, was genau sie mit ihr vorhaben. Deswegen geht sie eher auf Abstand, bis sie sich ein Urteil erlaubt. Naivität hat sie schon früh abgelegt, was aber auch heißt, dass sie überall ein oder mehrere Aber sieht. Fernab von dieser Eigenschaft gilt sie allerdings als höflich, zuvorkommend und lebendig. Man sieht sie jeden Tag draußen, egal welches Wetter herrscht. Einmal durch die Hölle geschickt worden zu sein, hatte irgendwo etwas Gutes. Es geht keine Empfehlung raus!
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