MY STORYLINE Für einige Menschen scheinen Ruhe und die Möglichkeit mal wieder herunterzukommen ein unverzichtbares Bedürfnis, während es für andere eher ein Fremdwort war, weil ihnen dieser Zustand schlichtweg kaum vertraut ist. So auch im Hause der Familie Pérez, wo Santiago und seine Frau Sofía bereits ihr drittes Kind erwarteten. An Stille war mit ihren zwei Söhnen und ihrer neugeborenen Tochter gar nicht zu denken und auch die folgenden Jahre sollten dahingehend keine Besserung bringen. Während die Großeltern befürchtet hatten, dass Victoria zwischen ihren stets wetteifernden älteren Brüdern unterging, stellte sie stattdessen alles auf den Kopf indem Sie sich ihren Brüdern anpasste. Wenn die zwei einmal wieder das Wohnzimmer in ein Schlachtfeld verwandelten half sie zwar nicht direkt mit, agierte aber sehr gerne als Anstifterin, Kommentatorin oder gar Schiedsrichterin. Mit Vicky war das Chaos einfach perfekt, ihre Eltern legten aber dennoch nach und so kam Brüderchen Nummer drei auch noch dazu und machte Vicky mit vier Jahren zur großen Schwester. Natürlich lag der Fokus eher auf den drei Jungs, wo Vicky von allen Sprösslingen der Familie doch eher die unkomplizierteste war, zumindest dachten ihre Eltern das. Sie hatten nur nicht wirklich beachtet, dass das kleine Mädchen bereits bestens beherrschte sich zu holen was sie wollte und in diesem Fall war das eben die Aufmerksamkeit ihrer Eltern. Und da die brave und folgsame Art nicht zu wirken schien, zog die fünfjährige damals schon ganz andere Seiten auf: Sie zog an Zöpfen, neckte andere Kinder und verteidigte ihre Freunde auf dem Spielplatz mit erstaunlicher Entschlossenheit. Einmal schlug sie sogar einen Jungen, weil dieser ihren kleinen Bruder geärgert hatte. Der Schreck in der Miene ihrer Mutter blieb ihr im Gedächtnis , aber ebenso der kurze Moment von Stolz. Nicht wegen der Gewalt, sondern wegen des Instinkts, jemanden zu beschützen. Diese Energie, dieses Feuer blieb ein fester Bestandteil ihrer Persönlichkeit.
Zur Einschulung bekam Vicky schließlich ein für die Familienverhältnisse doch eher teures Geschenk von ihren Großeltern, das sie lange begleitete: eine Digitalkamera und ein kleines Journal mit hellblauem Einband. Die Familie Pérez lebte nie im Überfluss, aber es mangelte ihnen auch an nichts Wesentlichem. Das Haus war für sechs Personen eigentlich zu klein, doch gerade diese Enge machte alles lebendig und selbst die Einrichtung spiegelte die Einstellung der Eltern und die Liebe zu ihren Kindern wieder. Überall zierten gerahmte Werke der Kinder die Wände, zwischen Fotos des Sprösslings, der sie geschaffen hatte. Auch der Kühlschrank blieb nicht verschont und ja, auch der Gehweg vor dem Haus war kontinuierlich mit Straßenkreide geschmückt. Victorias Vater trug seinen Teil bei indem er Dinge viel lieber reparierte, als sie zu ersetzen - geflickte Kabel, generalüberholte Technikgeräte. Für die Kinder war immer schnell klar, dass Dinge genauso gut funktionieren konnte, wenn man Zeit und Mühe investierte, wie wenn man Geld dafür ausgab. Bevor Victoria ihre Kamera bekam malte sie die Dinge, die sie um sich herum wahrnahm stets auf, selbst dann wenn man ihr Gekritzel immer kaum entziffern konnte. Dafür hatte ihre Mutter, eine Kunstlehrerin aus Leidenschaft regelmäßig die Reste von Leinwänden, halbvollen Farben und alten Pinseln aus ihrer Schule mitgebracht. Kunst war in ihrem Hause immerhin nie ein Luxus gewesen, sondern ganz normaler Alltag. Die Kamera jedoch eröffnete Vicky ganz andere Welten. Anfangs fotografierte sie noch wahllos: Füße, Haustiere, schiefe Horizonte. Aber mit jedem Foto was sie schoss, entwickelte sich ihr Auge für Details. Lichtstreifen auf dem Flur, Regentropfen an der Scheibe, die Müdigkeit im Gesicht ihres Vaters nach einem langen Arbeitstag - sie hielt alles fest. Parallel hielt sie dazu alles mögliche auch schriftlich fest, erst nur in einzelnen Wörtern, später hielt sie ihre Gedanken dann schon in Listen und ganzen Absätzen fest. Die Kamera wurde ihr ständiger Begleiter, sie nahm sie mit zur Schule, auf die zahlreichen Familienfeiern, Autofahrten. Während ihre Brüder laut waren, kommentierte Victoria die Welt durch ihre Linse. Sie stellte sich Aufgaben: nur Hände fotografieren, nur Schatten, alles, was blau war. Ihr Vater zeigte ihr, wie man Bilder von der Kamera auf einen Rechner überträgt, sortiert und archiviert. Ihre Mutter sprach über Stimmung, über Farben, über Geschichten in Bildern. Zwischen Technik und Kunst entwickelte Victoria ihre ganz eigene Sprache. Mit zehn organisierte sie kleine Ausstellungen in ihrem Zimmer. Sie druckte Fotos aus, klebte sie an die Wand und zwang ihre Familie zu einer improvisierten Vernissage. Ihre Brüder lachten, aber ihre Eltern nahmen sie ernst, förderten sie in diesen kleinen Momenten in denen es mal ganz allein nur um ihr kleines Mädchen ging. Durch ihre offene Art hatte Vicky es aber auch in der Schule nicht sonderlich schwer. Vielleicht lag es aber auch an der Kamera, die sie so interessant machte und ihr recht viele Freunde bescherte. Vielleicht aber auch einfach an ihrer natürlichen Ausstrahlung, wer wusste das schon so genau? Die Freundinnen die sie fand, zogen sie endlich ein wenig aus ihrem Trott - Vicky hatte nie wirklich viel darum gegeben sich weiblich zu präsentieren, wie auch - sie trug ja meistens die alten Shirts ihrer Brüder mit Leggins und ihren abgetragenen Sneakers. Irgendwie wurde sie selbst zum Projekt ihrer Freundinnen, bekam Kleidung geschenkt, die diese nicht mehr wollten, bekam Tipps, was sie mit ihren Haaren machen konnte, wie sie Nagellack am besten länger hielt und plötzlich gab Vicky doch was auf ihr Aussehen. Vielleicht gerade richtig, denn die Highschool war ein ganz anderes Kapitel. Auf einmal war sie ihren Freundinnen richtig dankbar, dass sie ihr ein Glow-Up verpasst hatten, denn wie hätte sie sich sonst halten sollen in einer Welt wo Oberflächlichkeit ganz oben auf der Prioritätenliste stand? Mit Beginn der Highschool krempelte sie ihren Alltag wieder komplett um, trat dem Cheerleader-Team bei - nicht, weil sie unbedingt beliebt werden wollte, sondern weil es genau das zu sein schien, was sie brauchte. Sie liebte Bewegung, Training und den Wettkampf. Auch der Teamgeist fehlte ihr nicht wirklich, es passte einfach alles zu ihrer Energie.
Im Sophomore Year lernte sie schließlich auch Nicolas bei einem der Wettkämpfe kennen, der ihr zu Beginn unheimlich auf den Zeiger ging. Wo Vicky einfach nur ihre Ruhe wollte, hakte er nach, kitzelte jede Reaktion aus der Pérez heraus die er nur kriegen konnte. Er verstand es sie aus dem Konzept zu bringen, kommentierte ihre Kamera, stellte dutzende Fragen, tauchte aus dem Nichts neben ihr auf wenn sie nicht damit rechnete. Als wäre sie irgendwie sein ganz persönliches Projekt. Und so sehr es sie auch nervte, hatte er damit Erfolg. Vermutlich, weil er es nicht nur tat um ihr auf die Nerven zu gehen, wie ihre Brüder sondern aus scheinbar ernsthaftem Interesse. Viele Menschen mochten sie, aber nur wenige schienen sie wirklich verstehen zu können. Er aber tat es mühelos, als ob er wirklich sehen konnte, was sich in ihrem Kopf abspielte. Kein Wunder also, dass aus den beiden schnell ziemlich dicke Freunde wurden. Am Anfang waren es nur gemeinsame Pausen beim Training und Nachrichten über Hausaufgaben, die sich schnell in recht sinnfreie Konversationen verloren. Irgendwann stellte Nicolas Fragen, die Vicky nicht mit einem einem Wort beantworten konnte. Er wollte wissen, warum sie fotografierte, warum sie so viel beobachtete, warum sie sich so auf Dinge fokussierte, die anderen schnell einmal entgingen. Und Vicky ertappte sich dabei, dass sie ihm Antworten gab, die sonst nur in ihrem Journal standen. Sie würde es nie zugeben, auch wenn sie längst ahnte, dass er es bereits wusste, aber mit ihm fühlte sie sich einfach lebendiger. Ihre Nähe wurde mit der Zeit selbstverständlich. ihre Freunde machten nicht unbedingt selten Witze darüber, dass sie sowieso unzertrennlich seien, und Vicky stritt es jedes Mal ein wenig schneller ab. Sie wusste nicht wann, aber irgendwann hatte sich bei den beiden einfach etwas verschoben: Blicke dauerten an, Berührungen blieben hängen. Es kam also nicht wirklich überraschend, als sie sich bei einem ihrer nächtlichen Ausflüge im Park küssten – es war eher als würde ein Teil endlich an den richtigen Platz rücken. Und doch, veränderte dieses offiziell machen an ihrer Beziehung nicht besonders viel. Nicky war immer noch dieser noisy Trottel und Vicky immer noch die Person, die darüber die Augen verdrehte, selbst wenn sie dabei ein breites Grinsen zurückhalten musste. Und doch, veränderte dieses Offiziell machen an ihrer Beziehung nicht besonders viel. Und gerade deshalb traf es sie wohl umso härter, als seine Reisepläne zum Schulabschluss konkreter wurden. Wenn er von der Welt sprach, leuchtete er. Und sie liebte dieses Leuchten zu sehr, um es jemals bremsen zu wollen. Zu der Zeit war sie aber auch noch der festen Überzeugung, dass ihre Beziehung diese andauernde Entfernung aushalten würde, sagte sie sich doch immer wieder, dass es nicht für lange wäre und Nicky bald zurück war. Aber dem war nicht so. Aus ein paar Monaten wurden immer mehr und Victoria wusste langsam nicht mehr mit dem Gefühl der Einsamkeit umzugehen. Die stundenlangen Videoanrufe zu unmöglichen Zeiten, das pausenlose Texten wurden immer weniger - nicht nur bei Nicolas, auch bei ihr selbst. Sie hatte mittlerweile selbst einen Vollzeitjob in einem kleinen Fotostudio eines Bekannten Ihres Vaters und begann dort als Assistentin, kam spät nachhause und wartete teilweise vergeblich auf Nicolas Antworten. Also beendete sie die Beziehung nach etwa 9 Monaten Fernbeziehung und brach damit nicht nur ihm, sondern auch sich selbst das Herz. In dieser Zeit füllten unzählige Seiten ihr Journal, ihre Fotografien wurden zunehmend trauriger, zumindest bis sie den selbst geschaffenen Liebeskummer endlich verarbeitet hatte. Sie stürzte sich wieder in ihre Arbeit, selbst wenn diese nicht sonderlich glamourös war: Technik schleppen, Termine koordinieren, Kunden beruhigen. Aber sie lernte Selbstvertrauen, verdiente endlich ihr eigenes Geld, zahlte ihre Rechnungen selbst und vor allem konnte sie für ihr Studium in Mediengestaltung und Journalismus sparen, welches sie dann schließlich mit 22 antrat. Es war ja kein gänzlicher Sprung ins Unbekannte, mehr eine logische Folge ihrer Leidenschaften. Sie verband Fotografie, Schreiben und digitales Arbeiten zu einem klaren Profil. Ihre Projekte waren persönlich, sie erzählte von anderen Menschen, und damit auch immer mehr ein Stück von sich. In den drei Jahren ihres Studiums bekam sie sogar eine Teilzeitstelle im Verlag von Nicolas' Familie, für die Zeit ihres Studiums im Homeoffice, der es ihr durch die flexible Zeiteinteilung ermöglichte Berufserfahrung noch im Studium zusammen. Wieso genau sie das durfte, wusste sie selbst nicht so genau - sie schob es einfach darauf, dass sie sich immer gut mit Nickys Vater verstanden hatte. Mit fünfundzwanzig und einem erfolgreich abgeschlossenen Studium bekam sie dann endlich ihre erste feste Stelle in jenem Verlag, ist mittlerweile endlich in ihre erste eigene Wohnung gezogen und steht auf eigenen Beinen.
| MY PERSONALITY Victoria Pérez ist eine energiegeladene und offene Persönlichkeit, die selten lange stillsitzen kann. Sie wirkt oft so, als hätte sie ständig ein inneres Momentum, das sie antreibt, sei es in Gesprächen, bei spontanen Ideen oder in Momenten, in denen sie einfach etwas unternehmen muss, statt nur abzuwarten. Sie ist kommunikativ, schlagfertig und besitzt einen trockenen, manchmal fast schon sarkastischen Humor, mit dem sie Gespräche entweder mühelos auflockern oder mit einem einzigen Kommentar ordentlich anheizen kann. Menschen fühlen sich in ihrer Nähe meist schnell wohl, weil sie direkt und authentisch wirkt. Vicky verstellt sich selten und hat wenig Geduld für oberflächliche Fassaden. Eine ihrer zentralen Eigenschaften ist ihre Loyalität. Wer einmal zu ihrem engeren Kreis gehört: Familie, enge Freunde oder Menschen, die ihr wirklich wichtig sind, kann sich darauf verlassen, dass sie jederzeit hinter ihnen steht. Sie verteidigt ihre Leute ohne zu zögern, manchmal sogar mit einer Intensität, die andere überrascht. Für Vicky allerdings ist Zusammenhalt nichts Halbherziges: Entweder man gehört dazu oder eben nicht, das hat ihre Familie sie schließlich gelehrt. Eine weitere Stärke ist ihre ausgeprägte Aufmerksamkeit für Details. Durch ihre Arbeit und ihre Leidenschaft für Fotografie hat sie ein sehr feines Gespür für Stimmungen, kleine Gesten und Veränderungen in ihrem Umfeld entwickelt. Sie beobachtet viel, hört aufmerksam zu und merkt sich beiläufige Bemerkungen oder winzige Details, die andere schnell übersehen. Dadurch gelingt es ihr oft, Menschen erstaunlich gut einzuschätzen, manchmal schneller als diesen selbst lieb ist. Gleichzeitig ist sie eine kreative und neugierige Person. Neue Eindrücke, Orte oder Ideen ziehen sie fast automatisch an. Sie probiert gerne Dinge aus, sammelt Erfahrungen und nutzt ihre Kreativität sowohl in ihrer Arbeit als auch im Alltag. Für sie ist Kreativität nicht nur etwas Künstlerisches, sondern auch eine Art, Probleme zu lösen oder Situationen aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Neben dieser offenen und lebendigen Seite bringt Vicky auch eine gewisse Zielstrebigkeit mit. Sie hat früh gelernt, Verantwortung zu übernehmen und sich Schritt für Schritt ein eigenes, unabhängiges Leben aufzubauen. Wenn sie sich etwas vornimmt, arbeitet sie konsequent darauf hin. Dabei kann sie erstaunlich diszipliniert sein und ist durchaus bereit, Zeit, Energie und manchmal auch Komfort zu opfern, um ihre Ziele zu erreichen. Allerdings hat Victoria auch Eigenschaften, die nicht immer einfach sind. Sie kann ausgesprochen stur sein und gibt in Diskussionen nur sehr ungern nach. Wenn sie überzeugt ist, im Recht zu sein, verteidigt sie ihre Position hartnäckig, selbst dann, wenn sie innerlich vielleicht schon merkt, dass sie ein wenig über das Ziel hinausgeschossen ist. Ihre Schlagfertigkeit, die oft charmant wirkt, kann in solchen Momenten schnell schärfer oder spitzer werden, besonders wenn sie genervt, verletzt oder gestresst ist. Außerdem fällt es ihr nicht leicht, über ihre eigenen Gefühle zu sprechen. Während sie anderen gut zuhören und sie unterstützen kann, hält sie ihre eigenen Sorgen häufig zurück. Statt Probleme offen anzusprechen, macht sie vieles mit sich selbst aus oder versteckt Unsicherheiten hinter Humor und einer Menge Sarkasmus. Nach außen wirkt sie dadurch oft souverän und gefasst, auch wenn sie innerlich vielleicht noch mit etwas ringt. Hinzu kommt eine gewisse Ungeduld. Vicky ist ein Mensch, der Bewegung, Entwicklung und Veränderung braucht. Wenn Dinge zu lange stillstehen oder Menschen ewig um Entscheidungen herumzögern, kann sie schnell frustriert reagieren. In solchen Momenten handelt sie manchmal impulsiver, als es vielleicht sinnvoll wäre, einfach, weil Stillstand für sie schwer auszuhalten ist.
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