The engine growls beneath you like a caged animal, hot and alive. You feel the hum in your bones before the tires even touch the pavement. Around you, headlights glare like wild eyes in the night, and the air is thick—charged, electric, heavy with the scent of gasoline and something more primal: anticipation. When the signal flashes, you don’t think. You become. Foot slams pedal, tires scream, the world blurs. It's not about winning—never was. It's about that first rush, the violent clarity of speed, when the city peels away and you’re no longer bound by anything: not by time, not by fear, not by the person you were before this moment. Wind tears at your face thru the open window, your pulse is a drumbeat in your ears, and every sense is burning—sharper, louder, realer than ever before. You’re tasting adrenaline like fire on your tongue. You’re not driving through the streets; you're flying through your own pulse, chasing the edge of now. And in that perfect, reckless moment, you are finally free. You are not the senators daughter. Not the “other daughter”, you are just.. whole.
Verity Jean Banks kam sieben Minuten nach ihrer Zwillingsschwester Cheyenne zur Welt – und vier Jahre nach ihrem großen Bruder Rhysand. Als sie geboren wurde, war die Welt, in die sie hineinwuchs, längst gebaut: makellos, kontrolliert, glitzernd. Ihr erster Schrei hallte durch eine private Etage des UW Medical Center, aber draußen, in Seattle, ging das Leben weiter. Die Stadt gehörte den Banks schon lange. Ihr Vater, Aleksandr Chernikov, hatte einst für eine Frau sein ganzes Land verlassen. Russland gegen Kalifornien eingetauscht. Schnee gegen Regen. Pflicht gegen Liebe. Für Vivienne Banks, die Frau mit den stahlblauen Augen und der Stimme, die Börsenkurse fallen oder steigen lassen konnte. Senatorin, Medienmogulin, Mutter. Die Art Frau, bei der selbst die Stille wie ein Befehl wirkte.
Verity war das Jüngste ihrer Kinder. Und vielleicht deshalb.. sah man sie oft nicht gleich. Wo Chey sich früh für Politik begeisterte, glänzte Rhys mit Selbstbewusstsein und Charisma. Verity dagegen – war da. Zunächst nur das: da. Mit offenen Augen, neugierig, still. Nicht stumm, nur.. beobachtend. Man sagte ihr nach, dass sie Fragen stellte, die man Kindern nicht beibrachte. Wie mit fünf, als sie mitten im Frühstück fragte: “Why do people pretend to be kind when they’re not?” Und ihr Vater nur leise gelächelt hatte, ohne zu antworten. Sie wuchs in einem Haus auf, das mehr Flügel hatte als so mancher Palast. Es roch immer nach frischen Blumen, Leder und einem Hauch Chanel. Ihre Kindheit war kein Mangel – nie. Es gab alles. Bücher, Tutoren, Klaviere, Sommerschulprogramme in Europa. Aber das, woran sie sich am meisten erinnerte, war nicht der Überfluss. Es war das Versteck unter Rhys’ altem Schreibtisch. Die dunkle Höhle, wo sie mit Chey flüsterte, wenn draußen wieder ein Dinner stattfand, das sie „nicht stören“ durften. “Do you think Mom was ever a kid?”, hatte Chey mal gefragt. “Not really,” hatte Verity geantwortet. “I think she was born knowing everything.” Zwischen ihnen war es einfach. Noch. Damals gab es keine Konkurrenz, nur ein seltsames Gefühl, dass alle drei Teil eines größeren Plans waren – aber noch nicht wussten, wer welchen Platz darin hatte. Rhys las ihnen vor, wenn Gewitter über die Hügel aufzogen, und Chey malte aus Veritys Geschichten Bilder, die sie heimlich an die Rückwand ihres Kleiderschranks klebten. Niemand sprach damals laut darüber, dass Leistung zählte. Dass Aufmerksamkeit etwas war, das man sich verdiente. Aber Kinder spüren Dinge, lange bevor sie sie verstehen. Verity spürte es wie eine leise Spannung in der Luft – zwischen dem Lächeln ihrer Mutter und dem schnellen Blick zur Uhr, zwischen einem „Good job, sweetheart“ und dem nächsten Telefonat mit irgendeinem Senator. Sie lernte früh, was es bedeutete, zuzuhören. Zu sehen, ohne gesehen zu werden. Und vielleicht war genau das ihre Gabe – und ihre Last. Während Chey brillierte und Rhys die Räume füllte, wurde Verity zur Chronistin ihrer Welt. Still. Wach. Und niemals ganz vergessen – aber eben auch nie die Erste, an die man dachte.
The afternoon sun spilled across the marbled hallway of the Banks estate like molten gold, but Verity moved through it like a shadow, quiet and small. Her sneakers made no sound on the stone as she crept closer to the half-open door of her father's study—the one lined with shelves of old racing trophies, sepia-toned photographs from Monaco and Silverstone, and always, always, the smell of engine grease lingering faintly beneath the cologne. She hadn’t meant to eavesdrop. She’d only come to find the socket wrench they’d misplaced yesterday, back when she and Papa had spent the entire morning beneath the frame of a '69 Mustang fastback. But the voices stopped her. Rhys’s first. "So what, she gets the garage now too?" His voice was sharper than usual. Not angry, exactly. Just.. brittle. Aleks’s reply came with that steady, patient rumble Verity had come to love. "She’s got the hands for it, Rhys. You never liked the tuning work anyway. You always wanted the keys, not the bolts." There was a pause. Then Rhys again. "That’s not the point. It used to be our thing. Mine and yours. Now she’s just always.. there." Verity shrank back instinctively, eyes wide, her breath caught somewhere between guilt and something like shame. Aleks sighed. She could picture the way he might be rubbing his temple, or folding his arms. "I know it stings. But it’s not about replacing anything. Verity’s got a feel for engines I haven’t seen in years—not even in you, and you’re brilliant in your own way." Another pause. Then: "She listens to the car." That silenced Rhys. But then Vivienne's voice cut through, smooth as ice melting into crystal. "She also tracks oil into my marble floors and smells like a mechanic half the time. It’s unbecoming." Aleks chuckled, but there was tension under it. "She’s thirteen, Vivienne. Let her get dirty." And then, her mother again. "She’s a Banks." The words cracked like a whip. "And Banks daughters aren’t raised in garages. Have you seen Cheyenne’s last speech? That girl is already writing her place into history. Verity should be watching her, not crawling under some antique deathtrap in ripped jeans." Verity clenched her fists at that. Her palms were still stained with grease from this morning, and she liked it. She liked the smell. The tools. The feeling of making something work with her own hands instead of being handed a script to memorize. Rhys’s voice came again, lower now. "Maybe she doesn’t want to be like Chey." - "Then she’ll grow up learning just how cold the world is to women who don’t play their roles," Vivienne replied sharply. "She has one gift—the Banks name. And I won’t have her wasting it on carburetors and engine hums." There was silence after that. Heavy. Not final, but full of words no one wanted to say. Verity backed away from the doorway slowly, her breath shallow, heart thudding. The socket wrench forgotten. Later that night, when Aleks found her curled up in the garage, wiping down the side mirror of the Mustang with a rag too big for her hands, he didn’t say anything. Just handed her a new pair of gloves. She took them. And didn’t say a word either. But her grip on the wrench that night—steady, stubborn—spoke for her. She might’ve been born a Banks. But she was her father’s daughter, too.
Vee verliebte sich nicht schlagartig in Autos.
Es war ein leiser Prozess. Eine Sammlung von Momenten. Der Geruch von Benzin in der Luft, das Gewicht eines Schraubenschlüssels in ihrer Hand, das dumpfe Klicken, wenn ein Teil endlich an die richtige Stelle rutschte. Sie war zwölf, als sie zum ersten Mal allein unter einem Wagen lag, während ihr Vater telefonierend an der Werkbank lehnte. Niemand hatte ihr gezeigt, wie man den Ölfilter beim Mustang wechselt – aber sie tat es trotzdem. Und Aleks hatte es gesehen. Nur einen kurzen Blick, ein winziges, fast stolzes Lächeln. Doch für Verity war das mehr als jeder Applaus. Ab da wurde es zu ihrem Raum. Nicht Cheys Reden, nicht Rhys' charmantes Lächeln bei Galadinners. Nicht das ewige "Don't forget who you are" ihrer Mutter. In der Garage musste sie nichts anderes sein als sie selbst. Was sie nicht kommen sah, war der Schatten, den das auf Rhys warf. Anfangs sagte er nichts. Aber manchmal – in diesen stillen Momenten zwischen Gesprächen – spürte sie es. Dass seine Sätze kürzer wurden. Dass sein Lachen nicht mehr bis zu den Augen ging, wenn Aleks sie beide lobte. "She’s got instinct, Rhys," hatte ihr Vater einmal gesagt, ohne jede Absicht, verletzend zu sein. "Like the engine talks to her." Rhys hatte nur genickt. Aber Verity hatte es gesehen – wie sein Blick sofort woanders hinging. Weg von ihr. Weg von ihm. Es war paradox. Jahrelang war sie die gewesen, die sich übersehen gefühlt hatte und nun war sie die, die jemandem genau dieses Gefühl gab – jemandem, den sie liebte. Und das war fast schlimmer. Cheyenne veränderte sich währenddessen in eine andere Richtung. Mit jedem Jahr wurde ihr Blick klarer, ihre Haltung aufrechter – und ihre Unsicherheit versteckter. Ihre Reden für Juniorenwettbewerbe wurden länger, politischer, perfekter. Verity beobachtete sie manchmal heimlich, wenn sie im Flur stand und auf ihren Auftritt wartete. Die zitternden Hände. Der flackernde Blick. Die Art, wie sie dann plötzlich lächelte, als hätte jemand einen Schalter umgelegt. "I just want her to be proud," hörte Verity sie einmal murmeln, als sie dachte, niemand sei im Ankleidezimmer. Vivienne war stolz. Zumindest sagte sie das. Aber es klang oft wie ein Fazit, nicht wie ein Gefühl. Mit der Zeit verwandelte sich Cheys angespannte Bewunderung für Veritys Unabhängigkeit in Distanz. Nicht offen. Es gab keine Streitereien, keine Wut. Nur eine wachsende Leere. Gespräche, die früher mit Lachen gefüllt waren, endeten nun in höflichem Nicken."Some of us still care about reputation," sagte Chey einmal leise, als Verity mit ölverschmierten Händen und einem fleckigen Tanktop durch den Flur ging. Verity hatte nichts geantwortet. Aber es hatte wehgetan. Und irgendwann – schleichend – zog sich Verity zurück. Sie ging seltener in die Garage. Sagte, sie sei müde, hätte Schulprojekte. Und wenn Aleks sie fragte, ob sie beim 911er helfen wolle, sagte sie: "Maybe later, Dad." Rhys übernahm wieder und er blühte auf. Aleks zeigte ihm Dinge, die Verity nie gefragt hatte. Rennen. Strategie. Tempo. Und Verity schaute aus dem Fenster, während sie so tat, als würde sie lernen, und hörte das entfernte Knattern der Motoren. Sie hatte das selbst gewählt. Für Rhys. Aber es fühlte sich an wie.. ein ganz eigener kleiner Tod.
In dieser Zeit lernte sie, was es bedeutete, eine Banks zu sein. Sie tauschte Werkzeuge gegen Lippenstift, Klemmbrett gegen Kameralächeln. Sie wusste, wie man sich gab, wie man sprach, wie man Aufmerksamkeit lenkte. Beliebt in der Schule? Ja. Fast zu beliebt. Die Jungs mochten ihr Lächeln, die Mädchen beneideten ihren Stil. Aber kaum jemand kam ihr wirklich nah. "Verity’s cool, but kind of.. untouchable," hörte sie einmal auf der Mädchentoilette, als zwei jüngere Schülerinnen über sie flüsterten. Sie lächelte. Und ging weiter. Als wäre es ein Gott verdammtes Kompliment. Denn sie hatte gelernt: Nähe ist etwas, das du dir leisten musst. Und Leistung war die Währung der Banks. Aber nachts – wenn das Haus still war, wenn Viviennes Schritte sich in der Dunkelheit verloren und Rhys längst schlief – ging Verity manchmal heimlich in die Garage. Berührte den Kühler des Mustangs wie eine alte Wunde. Und manchmal öffnete sie die Motorhaube, nur um für einen Moment wieder zu hören, was nur sie hören konnte. Den Herzschlag einer Maschine. Sie wusste, sie würde zurückkehren. Irgendwann. Aber nicht jetzt. Dann war sie sechzehn, dann siebzehn, dann achtzehn. Abschlussrede, Ehrungen, Fotos in Designerfummel. Jeder sah eine glänzende Banks-Tochter. Und niemand bemerkte, dass unter dem Seidenkleid eigentlich nur eine menschliche Hülle steckte. Leer. Aber sie lächelte in die Kameras – und wenn man genau hinsah, konnte man in ihren Augen, da, am rechten Augenwinkel noch ein bisschen Motoröl als Serenade ihrer Seele flackern sehen.
Nach dem Abschluss packte Verity keine Kisten. Sie ließ packen. Drei Koffer, fünf Paar High Heels, ein Haufen Lederjacken, zu viele Sonnenbrillen und gerade genug Schuldgefühle, um es überzeugend „Selbstfindung“ zu nennen. Zwei Jahre. Europa. Allein. In Wahrheit war sie nie wirklich allein – nicht als Tochter von Vivienne Banks. Jede Stadt wusste, wenn sie kam. Clubs öffneten ihre Türen, auch wenn sie noch keine 21 war. In Europa zählte man nicht in Jahren, sondern in Namen. Und „Banks“ war mehr als genug. Sie begann in Moskau. Der Himmel war schwer dort, das Licht flach und silbern. Sie sprach die Sprache ihres Vaters mit Akzent, aber mit Stolz. Aleks hatte ihr nie viel über seine Heimat erzählt, vielleicht, weil es zu weh tat. Also suchte sie nach Antworten auf eigene Faust. Streifte durch Gorki-Park, trank Tee in kleinen Cafés, in denen die Tische wackelten und die Kellner sie ansahen, als würde sie nicht ganz dazugehören – was stimmte. Aber sie lernte. Hörte zu. Sprach. "Я не туристка," sagte sie irgendwann fast trotzig, "мой отец был отсюда." In Moskau war es das erste Mal, dass sie verstand: Ihre Wurzeln waren nicht nur glamourös. Nicht nur glänzend. Sie waren auch kalt, herb, ehrlich. Und das gefiel ihr mehr, als sie erwartet hatte. Von dort ging es weiter. Mailand, Berlin, Barcelona. In Paris wurde sie fast rausgeschmissen, weil sie in einer Hotellobby zu laut mit einem Formel-2-Fahrer flirtete, der zwei Stunden später ein Qualifying hatte und es prompt vermasselte. Die Schlagzeile war kurz, aber scharf: BANKS TROUBLE IN PARIS. Vivienne rief noch am selben Abend an. "Verity. Clean it up. And next time, at least pick one who wins." Verity lachte nur. "You’re welcome for the headlines, mother." Monaco war anders. Fast wie zu Hause, nur.. wärmer, enger, sündiger. Die Grand Prix-Wochenenden rochen nach Hitze, Geld und Angst. Rhys fuhr seine ersten offiziellen Runden – jung, ehrgeizig, viel zu schön für einen Helm. Verity stand immer an der Boxenmauer, Sonnenbrille auf, roter Lippenstift, der Wind im Haar. "Don’t wave," hatte Rhys mal durch die Boxencrew gesagt. "You’re distracting the camera." Sie winkte trotzdem. Und ließ sich filmen, wie sie einen Martini schlürfte, während andere schwitzten. Aber da war mehr. Zwischen Champagner und Presselicht spürte sie das Zittern unter dem Asphalt. Die Geschwindigkeit. Den Rausch. Und sie wollte nicht mehr nur zuschauen. Somit nahm sie n Südfrankreich heimlich Fahrstunden auf einer stillgelegten Strecke. Ein Ex-Fahrer, der aussah wie ein zerdrückter Marlboro-Spot, nannte sie nur Princessa. "You’re fearless," sagte er einmal nach einem besonders riskanten Manöver. "Or stupid." Sie grinste. "Can’t it be both?" Sie lernte, wie der Asphalt unter den Reifen sang. Dass Geschwindigkeit keine Flucht war, sondern eine Form von Wahrheit. Dass man, wenn man schnell genug fuhr, keinen Gedanken fassen konnte – nicht mal die, die weh taten.
In Prag lernte sie schließlich Nikova kennen. Und mit ihr kam ein neuer Takt in Veritys Leben. Nikova war keine Tochter von irgendwem; Kein Glamour, kein Titel. Nur scharfer Verstand, starker Kaffee, und ein trockener Humor, der Verity das erste Mal seit langem zum echten Lachen brachte. "Why do you walk like the whole world’s watching?", fragte sie sie einmal. Verity zuckte mit den Schultern. "Because it usually is." Nikova blieb. Wurde mehr als eine Bekanntschaft, mehr als eine Reisebegleitung. Sie wurde Vertrauen in menschlicher Person. Das seltenste Gut in Veritys Welt. Und zwischen all den Skandalen, den Fahrten, dem Rausch und dem Rasen, geschah etwas Unerwartetes: Verity wurde ruhiger. Nicht zahm – niemals das. Aber irgendwie.. klarer. Weil sie dort draußen niemandem gefallen musste. Nicht Chey. Nicht Rhys. Nicht Vivienne. In Europa entdeckte sie: Sie war nicht entweder Banks oder Benzin im Blut. Sie war beides. Und das war gefährlicher, als jeder es ahnte. Zwei Jahre später, als sie zurück nach Seattle flog, war sie nicht mehr das Mädchen mit dem Schraubenschlüssel in der Hand und dem Wunsch nach Applaus. Sie war eine Frau mit Sonnenbrand auf den Schultern, einem Führerschein für Rennstrecken in der Tasche – und einem Plan. Einem Plan, der niemandem gefiel. Und genau deshalb richtig war.
The Banks estate hadn’t changed. The air still smelled faintly of chanel and money. The halls still echoed too loudly when you walked alone, and the glass still gleamed so perfectly it looked like it didn’t want to be touched. Verity stood in the marble foyer, suitcase wheels silent on the polished floor, and let herself believe — for one fleeting second — that things were the same. Until Chey walked past her without stopping. No hug. No smile. Just a polite nod, as if she were greeting a guest. “You’re back,” Chey said simply, her tone so even it felt almost cruel. “I am,” Verity replied, trying to keep her voice light. “You look.. senator-ready.” Chey didn’t answer. She didn't fuckin' answer.
Later that evening, the silence still hung between them like thick velvet. It followed them through dinner, through Vivienne’s pointed questions about Verity’s “experiences abroad,” through Rhys’s brief attempts at banter. And it followed them all the way into the upstairs hallway, where Verity finally turned, the smile fading from her lips. “Okay, what the hell is going on?” Chey paused. For a moment, she looked like she might brush it off again. But then she turned, arms crossed, face pale with everything she hadn’t said for years. “You left,” she said coldly. “You just.. fuckin’ left. And while you were out drinking in Monaco and posting aesthetic photos from old bookstores in Prague, I was here, holding this whole damn legacy together.”Verity blinked. “I didn’t know you—” “Didn’t know?” Chey snapped. “Of course you didn’t. You never looked back. You just disappeared. And everyone let you. Because you were the wild one. The free one. The Banks that didn’t follow the rules. You didn’t have to. That was always my job.” Her voice cracked, finally. “I didn’t get to choose, Vee. I didn’t get Europe. I got mother’s calendar, her meetings, her damn expectations. I was the perfect twin, remember? The one who made speeches and didn’t embarrass the family. The one who worked. And you—” She shook her head, suddenly furious and heartbroken all at once. “You still had the audacity to be angry about being compared to us. To me.” Verity felt the heat rise behind her eyes. She stepped closer, her voice tight with the weight of years she hadn’t dared name. “Do you think it didn’t hurt?” she said quietly. “Do you think it didn’t burn every time someone looked at me like I was the footnote to your headline or Rhys’s charm?” Her voice wavered. “Nothing I ever did was enough. If I tried, it was ‘cute.’ If I failed, it was expected. And if I actually succeeded, it was always: ‘Imagine what Chey could’ve done.’” Cheyenne opened her mouth — but Verity kept going. “I left because I had to.” Her voice dropped to a whisper. “Because I didn’t know who the hell I was anymore. I couldn’t breathe in this house, Chey. Not with the weight of all of you — you, Rhys, Mom — on my shoulders like ghosts I couldn’t shake.” She looked down for a moment, her voice raw. “Europe wasn’t a vacation. It was survival.” Silence settled between them. Heavy. Sacred. Then, slowly, Chey’s posture softened. Her arms dropped to her sides. And her voice, when she finally spoke again, was smaller. “I thought you left me.” Verity stepped forward, tears stinging now. “I thought I never even had you.” And just like that — after years of side-glances, polite smiles, and twinship worn like a political accessory — Chey pulled her into a hug. It wasn’t gentle. It was tight, messy, and real. Years of unspoken hurt pressed into each other’s shoulders. They stood in the hallway of the only house they’d ever known — two daughters of a legacy too big for either of them — finally, finally seeing each other. And for the first time, the silence didn’t feel so loud.
Verity hatte sich ihren Start an der University of Washington nie als Neuanfang vorgestellt. Und doch fühlte es sich genau so an. Seit ihrer Rückkehr aus Europa hatte sie unauffällig, aber mit unnachgiebiger Zielstrebigkeit daran gearbeitet, etwas Unmögliches möglich zu machen: Ein Vollstipendium für Nikova. Für jemanden wie sie – ohne Beziehungen, ohne alte Namen, ohne glänzenden Stammbaum – war das in einer Welt wie ihrer fast schon ein politischer Akt. Aber Verity hatte gelernt, wie man spielt, wenn der Tisch nicht fair ist. Sie schrieb Artikel unter falschem Namen, sponserte Förderanträge über „unabhängige Initiativen“ und setzte schließlich auf das Einzige, was sie wirklich gut konnte: Druck auf genau die richtigen Menschen ausüben. „Make it happen,“ hatte sie dem Dekan ins Gesicht gesagt, bei einem sogenannten Zufallstreffen auf einer Gala, „or I’ll make sure it doesn’t just not happen.. it implodes.“ Sieben Tage später lag der Bewilligungsbescheid im Briefkasten. Und Nikova zog in das siebte Zimmer der Sorority der Chi Omegas ein – offiziell aufgrund „herausragender akademischer Leistung“. Inoffiziell, weil Verity niemandem erlaubte, ihrer besten Freundin im Weg zu stehen. Was niemand wissen durfte: Nikki hatte kaum einen Cent. Ihre Klamotten waren geliehen, ihr Handy alt, und selbst der Kaffee, den sie morgens trank, wurde fast immer von Verity bezahlt. Aber sie war klug. Hellwach. Und unbestechlich ehrlich – was in Veritys Welt ein seltener Schatz war.
Cheyenne, bereits im zweiten Semester, hatte sie sofort akzeptiert. Vielleicht, weil sie wusste, was Nikki für Verity bedeutete. Vielleicht, weil sie selbst genug Heimlichkeiten mit sich trug, um sich im Schweigen Anderer wiederzuerkennen. Chey führte die beiden in ihren Freundeskreis ein: Kinder von Richtern, CEOs, Senatoren. Namen, die nicht vorgestellt wurden, weil man sie bereits kannte. Es dauerte nicht lange, bis man sie nur noch The Legacies nannte. Sie gingen auf Rooftop-Partys, tranken zu teuren Wein aus Plastikbechern und sprachen über Investitionen, als wären es Liebhaber. Die Regel war unausgesprochen, aber unumstößlich: Solange dein Konto gedeckt war, gehörtest du dazu. Und wenn nicht – sorgte Verity dafür, dass niemand es merkte.
Sogar ein Auto bekam Nikki. Ein makelloser, tiefblauer Alfa Romeo Spider aus Aleks’ Sammlung, übergeben mit einem schlichten Satz: „Thank you for watching over my daughter.“ Verity hatte ihn erstaunt angesehen, aber Aleks hatte nur geblinzelt. „She drives better with you at her side. I’m grateful for that.“ Doch Autos, so hatte Verity längst gelernt, waren keine bloßen Geschenke. Sie trugen Bedeutung, Stolz, Geschichten. Und manchmal.. Verluste. Es war an einem Dienstagabend, als Nikki mit zitternden Händen vor ihrer Tür stand. „We have to talk.“ Verity sah ihr sofort an, dass etwas nicht stimmte. Ihre Stimme war brüchig, der Blick flackerte. „I gave the car to Rook.. just for the night. Just to.. impress some guys.“ Veritys Gesicht blieb regungslos. „Did he crash it?“ - „Worse.“ Ein Flüstern. „He raced it.“ Ein Moment Stille. Und dann: „The fuck do you mean he raced it?“ Nikova holte tief Luft. „There was this street race.. Serpents versus Heathens. He thought he could handle it. Said he knew someone. I didn’t know what it meant when he said the car was the buy-in.“ Verity starrte sie an. „You’re telling me Rook put my father’s car on the line in a street race, lost it, and now what – it’s gone?“ Nikki senkte den Blick. „I’m sorry, Vee. I messed up. I didn’t think—” Verity atmete langsam ein. Dann sehr lange aus. In ihrem Inneren war kein Platz für Panik. Nur für kalte, fokussierte Wut. Und einen Entschluss, der sich anfühlte wie ein Motor, der gerade zum Leben erwachte. „We’re getting it back.“ Nikova hob den Kopf. „How? You’re not going to ask Aleks for another—” „No. I’m not letting that idiot drive another one of my dad’s cars. I’ll drive.“ Stille. Dann ein gehauchtes: „You mean—Vee, that’s not a joke. These people don’t play fair.” Veritys Blick war ruhig. „Neither do I.“ Und in diesem Moment wusste sie: Das hier war kein Ausrutscher. Kein dummer Fehler, den man behebt und vergisst. Das war der Anfang.
The meet was at an old industrial strip just outside of Seattle, where the city lights bled into the sky like an open wound and the smell of rubber and gasoline clung to the night air like sweat. Engines revved, music thumped, and the crowd swarmed like insects drawn to the sound of danger. Verity rolled in late. Her car was nothing flashy on first glance — matte black, low to the ground, windows tinted dark. But it was hers. Every bolt, every wire, every recalibrated gear ratio — tuned by her own hands, in stolen hours and secret nights since she’d come back from Europe. She parked beside the line-up, stepped out, and let the noise wash over her like water. Heads turned. Not at the car. At her. Blonde waves, black leather jacket, those sharp cheekbones and unapologetic stride — and suddenly the whispers started. “Who’s she?” - “Barbie lost on the way to Rodeo?” - “Is that Rhysand Banks’ sister?” There it was. Not Verity. Not driver. Just someone’s sister. She walked past the heat and the oil-stained stares like she owned the damn ground.
The guy she was racing — Creighton, apparently, king of the Heathens this month — was already waiting by the start line, arms crossed over a bulked-up Dodge Challenger that looked like it had eaten lesser cars for breakfast. He gave her one look and grinned. “You sure this is your lane, sweetheart?” Verity didn’t blink. “You sure you wanna lose to a girl in front of all your boys?” The crowd howled, some laughing, some jeering. Creigh scoffed. “Alright, princess. Just don’t cry when I smoke you.” She walked back to her car without another word. Slid into the seat. The engine purred to life beneath her hands like a wild animal recognizing its master. Her fingers tapped the wheel once. Then twice. And then: silence before the storm. The signal dropped. She launched. The world exploded into motion. Verity’s heart didn’t beat — it roared. Tires screamed against asphalt. Lights blurred. The city fell away, and there was only the car, the wind, and that perfect, spine-burning edge of control. She remembered it. South of France. Midnight laps on abandoned tracks. The way speed could rip every thought clean out of your head and leave only want behind. Adrenaline surged like fire in her veins. Creighton tried to block her on the second turn — aggressive, predictable. She cut inside, no hesitation, tires kissing the barrier by inches. Her car responded like it had been waiting its whole life for this. Final stretch. He gunned it. She smiled. And left him behind. When she crossed the line, it wasn’t dramatic. No arms raised. No scream of triumph. Just a sharp breath out, and the quiet click of gears downshifting — like a heartbeat calming after the high. Someone handed her the keys. Her father’s car — the Alfa Romeo, gleaming under neon — was hers again. She walked straight to Nikova, pressed the keys into her hand. “Next time, don’t trust boys who can't drive.” Nikova blinked, stunned, guilty, and said nothing. Verity turned to leave. She heard murmurs follow her into the night. “That’s Rhysand’s sister, right?” - “Didn’t know she could drive.” - “Maybe racing runs in the family.” Maybe. But Verity didn’t correct them. Didn’t look back. Because tonight, for the first time in a long time, she wasn’t trying to be seen. She already knew who she was. And that was enough.
Nachdem Verity den Wagen zurückgeholt hatte, verlief ihr Studium an der University of Washington weiter in gewohntem Tempo. Tagsüber Vorlesungen, Abende mit Freunden – doch nachts war sie meistens in der Garage. Zwischen ölverschmierten Werkzeugen und dem Geruch von Benzin fühlte sie sich frei, konnte sie einfach sie selbst sein. Sie schraubte an den alten Autos, restaurierte sie, liebte jeden Moment, den sie dort verbrachte. Eines Abends, als sie gerade an der Bremsanlage eines rostigen Mustang arbeitete, hörte sie plötzlich Schritte. Sie sah auf und blickte direkt in das Gesicht eines Mannes, der sich in der Dunkelheit wie selbstverständlich in ihrer Garage bewegte. „Who the hell are you?“ fragte Verity, ohne den Schraubenschlüssel abzusetzen, ihre Stimme sarkastisch und selbstsicher. Creighton grinste breit, wirkte aber keineswegs bedrohlich. „You know me. We’ve raced. Heard you’re the one who won back your dad’s car. I’m not here to start any shit.“ Verity hob eine Augenbraue. „I’m here to fix cars, not to race. That’s Rhys’s game, not mine.“ Er trat näher, die Hände locker in den Taschen. „Maybe. But I think there’s more to you than you let on. You’ve got the talent, and I’m asking you to come race with the Heathens. You’re already part of this world, whether you like it or not.“ Verity drehte sich nicht um, schraubte weiter. „I don’t drive. I build. Maybe you should take Rhys instead.“ Creighton lachte leise. „I’m not so sure. But I’m patient.“ In den Wochen danach tauchte Creighton immer wieder in der Garage auf. Sie schraubten zusammen, er half, stellte Fragen – doch Verity merkte, dass er jede Erwähnung von Rhys geschickt ignorierte. Seine Blicke wurden intensiver, seine Worte persönlicher, und langsam begann zwischen ihnen etwas zu wachsen: eine Art Vertrauen, das sie selten jemandem schenkte.
Verity arbeitete tief versunken an der Bremsanlage eines alten Mustangs, die Hände ölverschmiert, als plötzlich die schwere Garagentür quietschend aufging. Ein Schatten fiel auf den Wagen, und ohne aufzusehen, spürte sie sofort die Präsenz. „Is now the time to win the streets, little trouble?“ murmelte Creighton mit einem dunklen Grinsen, das kaum seine Augen erreichte. Verity schraubte weiter, ihre Stimme sarkastisch und kühl: „Not here to race. Just fixing.“ Creighton rückte näher, die Stimme tiefer: „You don’t need to pretend with me. I know you’re more than just a mechanic.“ Sie ließ das Werkzeug sinken, ihre Augen blitzten kurz auf. Doch bevor sie antworten konnte, öffnete sich die Tür erneut. Rhys trat ein, der Ausdruck dunkel und unerbittlich. Sein Blick bohrte sich in Creighton. „You.” Das Wort war kein Gruß, keine Frage – eher eine Drohung. Creighton stand reglos da, und für einen Moment schien die Luft in der Garage zu erstarren. Dann kam das düstere Lächeln, das Creighton scheinbar nicht mochte. „Didn’t think you’d show your face here,“ sagte Rhys kalt, die Stimme? Ein Messer. Creighton zuckte kaum, seine Augen funkelten. „I’m great at surprises.“ Verity blieb still, beobachtete sie beide stumm, das Herz klopfend vor einer Mischung aus Angst und etwas, das sie kaum benennen konnte. Was ging hier bitte ab? Und wieso kannten die beiden sich? Und wieso hatte Creighton nie etwas davon erwähnt? Rhys trat einen Schritt vor, die Stimme härter: „You stay away from her. Or you’ll see what happens when I lose control.“ Creightons Blick wurde dunkel und tief, fast herausfordernd. „It’s not like I did not already seen it, is it? But I’m not the one you should worry about.“ Was soll Creighton gesehen haben? Wie Rhys die Kontrolle verloren hatte? Was war das hier für ein komisches Spiel? Verity wollte etwas sagen, doch kein Wort kam über ihre Lippen. Stattdessen fühlte sie sich wie eine Fremde in diesem Raum, gefangen zwischen den unausgesprochenen Wahrheiten und der elektrischen Spannung zwischen den Männern. Creighton stand noch in der Garage, seine Haltung gelassen, doch in seinen Augen blitzte die Spannung. Rhys kam langsam auf ihn zu, seine Stimme kalt und fest: „You’re done here. Get out. Now.“ Creighton musterte Rhys einen Moment, dann nickte er knapp, ohne ein weiteres Wort. Er drehte sich um und verschwand aus der Garage, die Tür fiel hinter ihm laut ins Schloss. Rhys wandte sich sofort zu Verity um, seine Augen suchten ihren Blick. „Vee, listen carefully. Stay away from him. No exceptions.“ Verity stand da, überrascht von der Härte in seiner Stimme. „But—“ „No buts. Just do it.“ Rhys ließ keinen Zweifel. „He’s trouble you don’t need.“ Verity nickte stumm, tief verwirrt und doch spürte sie den Ernst in seinen Worten. Als Rhys die Garage verließ, blieb Verity allein zurück, mit einem Kloß im Hals und einer wachsenden Unsicherheit, was hinter den verschlossenen Türen wirklich vor sich ging. Was war nur in den beiden Jahren, in denen sie in Europa gereist war, alles noch passiert, von dem sie keine Ahnung hatte?